Die heizbare Bienentränke

In der Münchener Bienen-Zeitung, 35. Jahrgang 1913 war zu lesen:

Pfarrer Küspert aus Leutersheim: Heizbare Bienentränke:

Man verschafft sich 1. eine kleine Petroleumlampe, die möglichst wenig Öl braucht;
2. eine Blechdose (Heringsbüchse u. dgl.), die mit heißer Sodalösung gereinigt und geruchlos gemacht wird;
3. eine Flasche, welche mindestens 1 Liter faßt.
Die Höhe der Lampe, der Büchse und Flasche und eine Zugabe von 20-30 cm geben die Länge für Nummer 4, die Kiste.
Sie wird auf die Schmalseite gestellt, das Lämpchen mit Zylinder eingesetzt, darüber werden noch 5 cm zugegeben und diese gefundene Höhe rings in der Kiste angemerkt.
Auf diese Marke wird ein Schiedbrett genagelt, das in der Mitte ein etwa 2 cm engeres Loch hat, als der Durchmesser des Bodens der gewählten Büchse mißt. 
In die obere Schmalseite der Kiste kommt eine Öffnung, in welche die Flasche mit ihrem Halse gut hineinpaßt. (Wenn man nicht vorzieht eine größere Büchse zu nehmen, welche den Bienen so viel Wasser bietet, daß täglich ein einmaliges Nachfüttern am Morgen genügt.) In die Büchse werden gewaschene Kieselsteine gelegt, damit die Bienen beim Wasser-   ...................weiterer Text leider unleserlich.

 

 

 

Über Milchfütterung der Bienen

Bekanntlich brechen sich wirklich gute Erfindungen und Entdeckungen zwar selbst Bahn, aber zumeist nur sehr langsam, da es einmal in der Natur des Menschen liegt, Neuerungen gegenüber mißtrauisch zu sein. Der Richtigkeit dieser Tatsachen begegnet man vor allem auch auf dem bienenwirtschaftlichen Gebiete.

Gleichwohl erachte ich es als eine vordringliche Notwendigkeit und Pflicht, mehr zur allgemeinen Kenntnis zu bringen um andere zu gleichen oder ähnlichen Versuchen aufzumuntern und auch Gleichgültigkeit und Mißtrauen zu bekämpfen.

Auf meinen Bienenständen kamen wiederholt manche Bienenvölker vorzeitig im Frühjahr in große Not, denn sie hatten alle Honigvorräte der vorderen Waben bis zur Decke aufgebraucht und mußten, um aus den rückwärts gelegenen Waben Nahrung herüberzuholen, ihren Wintersitz verlassen und in großer Unruhe nach den hinteren Wabengassen umziehen. Die armen Völker wären auch hier verloren gewesen, da die vorgefundenen Honigvorräte durchwegs sehr zähe und sogar verzuckert waren. Trotz größter Abneigung gegen jede frühzeitige Reizfütterung mußte ich mich mangels verfügbarer Honigwaben dazu verstehen, um die gefährdeten Bienenvölker zu retten. Nach dem ersten allgemeinen Reinigungsausflug entschloß ich mich regelmäßig zur Anwendung von Milch- (und zeitweiser Ei-*) Fütterung, welche - da diese keinerlei Räuberei der Bienen veranlaßt - ohne jegliche Rücksichtnahme auf die Tageszeiten vorgenommen wurde. Ich nahm, da diese Reizfütterung zugleich auch als Notfütterung dienen mußte, auf einen Liter frisch gemolkenen Kuh- oder Ziegenmilch gewöhnlichen Kochzucker, während bei ausschließlicher Reizfütterung allmählich auf 1/2 Kilo Zucker herabgegangen wurde. Dabei wurde der Zucker, da er in reiner Milch schwer löslich ist, vor Zugabe der Milch bzw. vor dem gemeinschaftlichen Aufkochen immer vorerst mit warmem Wasser gesättigt. Der so erhaltenen Zuckermilchmischung wurde auf das Liter vor dem Aufkochen pulverisierte Salizylsäure im Mengen- und Größenverhältnis von je einer Bohne beigegeben zu dem Zwecke für längere Zeit eine Gärung und Säuerung der Milch zu verhindern, der Pilzwirkung gründlich entgegenzuwirken und allzuhäufiger Reinigung der Futtergeschirre vorzubeug


Bayerische Bienenzüchter! Das Pfund Schleuderhonig kostet mit Glas 1.30 Mark.


Die aufgekochte Zuckermilch ist gut abzukühlen und vor der Einfütterung an die Bienen abzuschöpfen, da der aufschwimmende Schaum mancherlei während des Siedens ausgestoßene Unreinigkeiten enthält.*) Wöchentlich einmal wurde immer je 2 Litern abgekühlter Zuckermilchlösung ein vorher in eine Tasse mit etwas kaltem Wasser verrührter reiner und gesunder Eidotter unter Benützung eines Quirls beigemischt. Diese Mischung ergab ein prächtiges Kraft- und Reizfutter.