Thomas Eser,

Lehrer in Mindelau und Vorstand des Bienenzüchtervereins in Mindelheim.

Herr Eser wurde als Sohn achtbarer Webersleute den 2. Februar 1826 zu Burgau geboren, kam jedoch in seiner Jugendzeit mit der Bienenzucht nie in nähere Berührung. Erst nach seiner definitiven Anstellung im Jahre 1856 schenkte unser Freund der Biene einige Aufmerksamkeit. Noch in demselben Jahre, als er seine neue Schulstelle Zu Riedhausen im Moos bezog, wußte der bekannte württembergische Bienenvater Pfarrer Richter unseren Thomas Eser für dieses edle Insekt zu begeistern. Noch heute spricht er von seinem ersten Imkermeister mit großer, dankbarer Verehrung.

Hier in Riedhausen, wie später in Bayerfeld und Kicklingen, wo Eser einige Zeit als Lehrer wirkte, betrieb derselbe Korbimkerei, nie aber in größerem Maßstabe, einesteils weil es namentlich in Bayerfeld an guter Bienenweide fehlte, anderenteils weil er nicht gesonnen war, mehrere Jahre auf diesen etwas mägerlichen Schulstellen zu bleiben.

Erst im Jahre 1877 wurde dieser Imker mit dem Mobilbaubetrieb  bekannt. Durch fleißiges Studium ausgezeichneter Bienenbücher bildete Eser sich nun immer mehr aus, schaffte sich sofort einen Datheschen Achtbeuter und vierundzwanzig Kästen an nach dem Muster, wie solche im Schullehrerseminar in Lauingen zu finden waren, und brachte es bald zu fünfundvierzig herrlichen Bienenvölkern. Heute imkert Eser mit den früheren Wohnungen nebst dreietagigen Klotzbeuten und mehreren anderen Bienenwohnungen, die er nicht ohne Geschick selbst fertigte.

Dieser Jmker hat auch schon Ausstellungen besucht und beschickt,  wie z. B. die von Immenstadt (1879) mit einer Schleudermaschine, die eine von ihm selbst erdachte konische Übersetzung im Triebwerke hatte, und er erhielt hierfür die wohlverdiente Auszeichnung durch Zuerkennung eines Ehrendiploms.

Eser ist ein umsichtiger Vorstaud des Bienenzüchtervereins Mindelheim. In letzterem finden sich Imkernamen von gutem Klang wie z. B.:

Der königliche pensionierte Brandinspektor Herr Peter Klein,
Herr Johann Nepomuk Hofmann,
Herr Anton Weiß, Gutsbesitzer,
Herr Mohr,
Herr Lautenschlager,
Herr Fröhlich mit seinen selbst gefertigten Kästen,
Herr Robert Blum, Sekretär des Vereins mit seinem sehr hübschen Bienenhaus, und der im Jahre 1889 verstorbene königliche Posthalter von Dreer.

 Letzterer war einer der eifrigsten Förderer der Vereinsinteressen und hatte sehr viele Dzierzonkästen; wenn er aber nicht immer besonders glücklich war, so lag entschieden die Schuld daran, weil er zuviel „künstelte" und oft auch zu wenig Zeit für Seinen Bienenwirtschaftsbetrieb hatte, da ihm die Sorge| für ein anderes, großes Geschäft mehr obliegen mußte.

Im Jahre 1891, in welchem die Abhaltung der schwäbischen Kreisversammlung mit Ausstellung in Mindelheim in Aussicht genommen ist, haben Vorstand Herr Lehrer Eser mit seinen tüchtigen Vereinsmitgliedern günstige Gelegenheit genug, ihr Irnkerwissen und Können in Theorie und Praxis, sowie ihr Arrangementstalent nach allen Seiten hin zur Geltung zu bringen.