Johann Amann

in Weißenhorn.

Amann wurde am 8. März 1841 als der Sohn eines tüchtigen Mühlschreiners geboren. Schon sein Vater, der später von Mindelzell nach Hohenraunau übersiedelte, war ein hervorragender Züchter der Biene, welcher oft hundertfünfzig bis hundertsiebzig Bienenvölker in Körben besaß und späterer Zeit sich auch mit dem Mobilbaubetriebe befaßte, an dem namentlich der junge, hoffnungsvolle Sprößling seine besondere Freude hatte.

Amann führt auf seinem Bienenstände fast ausschließlich Krainervölker in Kastenwohnungen mit gepreßten Strohwandungen. Sämtliche Bienenwohnungen sind sein eigenes Fabrikat; ja er hat seit dem Jahre 1870 über fünfhundert, und seit seinem siebenzehnten Lebensjahre mehr als tausend Bienenwohnungen selbst verfertigt.

Aber auch erfinderisch auf bienenwirtschaftlichem Gebiete war Amann thätig und seine permanente Bienentränke, sowie seine neue Strohwandpresse sind bis in die weitesten Imkerkreise bekannt. Bekannt ist auch manch schwäbischem Imker eine kurze Abhandlung Amanns über den Wert der Bienenzucht, welche er im Krumbacher-Boten seinerzeit veröffentlichte.

Die Verdienste dieses Mannes fanden auf mehreren Ausstellungen, welche er mit Wohnungen und verschiedenen Geräten eigenen Fabrikates beschickte, wie z. B. in Augsburg (zweimal), in Kempten und Nürnberg auch wohlverdiente Würdigung durch jedesmalige Zuerkennung hoher Preise.

Ganz interessant ist Amanns qualifikatorischer Rückblick auf sein erfahrungsreiches Imkerleben. Zwei Viertel aller Zeit bezeichnet er als gut, ein Viertel als mittelmäßig, ein Viertel als schlecht; als die schlechtesten aber aller Bienenjahre brandmarkt er die traurige Dreizahl 1882, 1888 und 1889.

Johann Amann, ehemaliger zweiter Vorstand und nunmehriges verdienstvolles Ausschußmitglied des Bienenzüchtervereines Weißenhorn, kann mit vollem Rechte als der Lehrmeister fast sämtlicher Imker von Weißenhorn und Umgebung bezeichnet werden. In diesem Vereine verdienen ferner ob ihres regen Eifers folgende Imker noch besonders hervorgehoben zu werden:

Johann Lochbrunner, geboren 1843 zu Weißenhorn; dieser eifrige Imker betreibt die Bienenzucht seit 1860, besitzt zwölf Völker und imkert mit Stabil- und Mobilbau.

Johann Georg Goßner, geboren 1841 zu Weißenhorn, versteht nicht bloß als Brauereibesitzer gutes Bier zu machen, sondern ist an der Hand Seines Schwiegervaters, des pensionierten Lehrers Stempfle, auch ein tüchtiger Imker geworden.

Johann Georg Raffler, geboren 1848 zu Weißenhorn, ist auf Veranlassung seiner Frau gleich nach seiner Verheiratung Imker geworden. Respekt vor solchen Imkerfrauen! Raffler besitzt acht Völker in Dzierzonkästen. Außerdem sind ehrenvoller Erwähnung würdig die Imker: Joseph Seitz, Karl Veh, Paul Kempf und Anselm Hauser. Durch den im Jahre 1889 erfolgten Tod des Imkers Georg Maier hat der Verein ein sehr eifriges Mitglied verloren.

Möge Amanns reger Eifer zur Hebung rationeller Bienenzucht auch in Zukunft nicht erkalten!